Smart(phon)e Kirche: Acht Fragen an Göran John

Smart(phon)e Kirche: Acht Fragen an Göran John

VON Rüdiger Jope

Veröffentlicht am: 16. Februar 20262,8 min Lesezeit552 WörterKategorien: Alle, Pausengeschichten, Smart(phon)e KircheSchlagwörter: , , , , , , , , , Aufrufe: 131

Zwischen Füller und Tablet, Tiny House und Kirchenreform spannt sich der Alltag eines Kirchenpioniers, der überzeugt ist: Die Zukunft der Kirche entscheidet sich nicht an Technik, sondern an Relevanz. Es geht um neue Formen, klare Profile und den Mut, Überholtes hinter sich zu lassen.

Füller, Schreibmaschine oder Tablet?

Jedes hat seine Verwendung. Liebesbriefe und Postkarten schreibe ich mit Füller. Einige Formulare gern auch noch mit der Schreibmaschine, doch das stirbt aus. Aber ich drucke gern auch mal was aus, um es ganz haptisch in der Hand zu halten.

An diesem Upgrade sollte Kirche arbeiten …

Kirche muss in der Lebenswelt von Menschen Gestalt gewinnen. Sie muss sich in ihrer Form neu erfinden das sie wieder zu den Kulturen von Menschen passt. Und sie muss ihre Sprache verändern. Relevant und mitten im Leben von Jesus Christus Zeugnis geben. Der Ansatz von Fresh Expression of chuch und missionaler Gemeindeentwicklung ist zukunftsweisend.

Wo braucht es Deiner Überzeugung nach derzeit dringend eine Defragmentierung, der kirchlichen Festplatte(n)?

Es braucht:

  1. Exnovation. Wenn wir neuen Wein aus neuen Schläuchen wollen, müssen wir alte Schläuche entsorgen. Das heißt wir müssen „alte Zöpfe“ abschneiden und „von toten Pferden absteigen“.
  2. Profilgemeinden vor allem in Städten und den Mut, dass nicht jede Kirchengemeinde voll Versorger sein muss.
  3. Abschied vom Paradigma der allgegenwärtigen Volkskirche. Wir brauchen Mut zu Leuchtfeuern und zu ausstrahlungskräftigen Gemeinden – denen es gelingt „dürres Umland zu bewässern.

Wenn wir neuen Wein aus neuen Schläuchen wollen, müssen wir alte Schläuche entsorgen.

Auch wenn die Zukunft der Kirche digitaler ist, was wirst du weiterhin analog bevorzugen?

Was wir brauchen, ist eine Kirche gegen die Einsamkeit. Eine Kirche gegen die Angst. Eine Kirche gegen den Hunger. Eine Kirche gegen Spaltung und Hass. Und vor allem brauchen wir als Menschen einander. Letztlich ist in Zeiten von KI die Wahrheit immer eine „die vor mir sitzt“ und die mich in den Arm nimmt. Echt ist, was ich fühle.

Ein hilfreiches Anti-Virenprogramm in deinem Arbeitsalltag ist …

Mit Menschen sprechen, zuhören und beten. Das bewahrt vor vorschnellen Urteilen oder übernommen Meinungen und Ideologien.

Ein Zitat, ein (Hand)buch welches computertechnisch prähistorisch daherkommt, aber für dich voll Hoffnung und Energie steckt?

Jesus hat mit seiner Kirche noch etwas vor und sie Sehnsucht der junge Menschen nach „dem Heiligen“ nimmt zu. Deshalb noch einmal neu: „Mache den Raum deines Zeltes weit und breite aus die Decken deiner Wohnstatt; spare nicht! Spann deine Seile lang und stecke deine Pflöcke fest! Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten und zur Linken, und deine Nachkommen werden Völker beerben und verwüstete Städte neu bewohnen.“ (Jesaja 54, 2f)

Wo oder wie findest du am besten in den „Off Modus“?

In meinem #ZuHauseBus auf Reisen an wilden Orten oder auf der Terrasse meines TinyHouse mitten im Odenwald mit einem heißen Kaffee.

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