Kränkungen

Kränkungen

VON Alexandra Battenberg

Veröffentlicht am: 29. Oktober 20261,1 min Lesezeit148 WörterKategorien: Alle, WegKREUZungAufrufe: 28

Ungerecht behandelt zu werden. Lügen über sich zu hören. Zu wenig Wertschätzung zu bekommen. Das tut weh. Und oft drehen sich die Gedanken tagelang nur noch um diese eine Verletzung.

Dietrich Bonhoeffer hatte 1939 dazu eine Perspektive, die im ersten Moment fast unzumutbar klingt – besonders in einer Zeit, in der wir viel über Grenzen setzen und Selbstfürsorge sprechen. Wichtig zu wissen: Bonhoeffer schrieb aus tiefer Praxis. Es ging ihm nicht darum, toxisches Verhalten zu rechtfertigen, sich alles gefallen zu lassen oder Missbrauch kleinzureden. Sein Punkt war ein anderer: Er wollte innere Befindlichkeiten und „falsche Ehrsucht“ entlarven. Wenn wir aufhören, krampfhaft um unsere eigene Ehre zu kämpfen und stattdessen radikale Demut üben, verlieren Kränkungen ihre zerstörerische Macht über uns. Wir werden frei. Keiner dieser Impulse ist gemütlich. Aber vielleicht sind sie genau deshalb so heilsam.

Titelbild: Carsten Busch, pexels

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