Eine Zumutung. Eine Verheißung.
Eine Zumutung. Eine Verheißung.
VON Katharina Haubold
Da ist Abraham, der einen Auftrag erhält.
Einen verrückten Auftrag. Eigentlich eine Zumutung.
Geh. Mach dich auf den Weg. Gib Bekanntes auf. Verlasse. Lass dich auf das Unbekannte ein.
Eine Zumutung. Und eine Verheißung.
Du wirst neues Land erschließen. Und wirst als Gesegneter Segen sein.
Er überwindet Grenzen und Hindernisse.
Geht Risiken ein.
Reist etwas ganz Neuem entgegen.
Und die Reise dauert. Ist beschwerlich. Und schmerzhaft.
Und am Ende hat sich alles gelohnt.
Da ist Mose, der einen Auftrag erhält.
Einen verrückten Auftrag. Eigentlich eine Zumutung.
Geh. Mach dich auf den Weg. Gib Bekanntes auf. Verlasse. Lass dich auf das Unbekannte ein.
Eine Zumutung. Und eine Verheißung.
Du wirst ein Volk in ein neues Land führen. Wirst Unterdrückung gegen Freiheit eintauschen.
Er überwindet Grenzen und Hindernisse.
Geht Risiken ein.
Reist etwas ganz Neuem entgegen.
Und die Reise dauert. Ist beschwerlich. Und schmerzhaft.
Und am Ende hat sich alles gelohnt.
Da ist Maria, die einen Auftrag erhält.
Einen verrückten Auftrag. Eigentlich eine Zumutung.
Geh. Mach dich auf den Weg. Gib Bekanntes auf. Verlasse. Lass dich auf das Unbekannte ein.
Eine Zumutung. Und eine Verheißung.
Du wirst den Sohn Gottes unter deinem Herzen tragen, wirst erleben, wie das Dunkle hell wird. Wirst Generationen Hoffnung schenken und Worte und Taten gegen die Mächtigen.
Sie überwindet Grenzen und Hindernisse.
Geht Risiken ein.
Reist etwas ganz Neuem entgegen.
Und die Reise dauert. Ist beschwerlich. Und schmerzhaft.
Und am Ende hat sich alles gelohnt.
Da ist Jesus, der einen Auftrag erhält.
Einen verrückten Auftrag. Eigentlich eine Zumutung.
Geh. Mach dich auf den Weg. Gib Bekanntes auf. Verlasse. Lass dich auf das Unbekannte ein.
Eine Zumutung. Und eine Verheißung.
Du wirst den Armen Frohe Botschaft bringen. Wirst Gefangene frei machen und Blinden Augenlicht schenken. Wirst Gnade ausrufen und erlebbar machen.
Er überwindet Grenzen und Hindernisse.
Geht Risiken ein.
Reist etwas ganz Neuem entgegen.
Und die Reise dauert. Ist beschwerlich. Und schmerzhaft.
Und am Ende hat sich alles gelohnt.
Da sind sie. Mutig und zaghaft. Lauthals und bedacht. Bekannt bis heute und vergessen.
Durch die Jahrhunderte hindurch,
erhalten sie einen Auftrag.
Einen verrückten Auftrag. Eigentlich eine Zumutung.
Geh. Mach dich auf den Weg. Gib Bekanntes auf. Verlasse. Lass dich auf das Unbekannte ein.
Eine Zumutung. Und eine Verheißung.
Sie überwinden Grenzen und Hindernisse.
Gehen Risiken ein.
Reisen etwas ganz Neuem entgegen.
Und die Reise dauert. Ist beschwerlich. Und schmerzhaft.
Und am Ende hat sich alles gelohnt.
Da sind wir.
Pionier*innen in Kirche: Mission: Gesellschaft.
Und erhalten einen Auftrag!?
Tragen vielleicht Fragen und Ungewissheit in uns.
Wird es sich wirklich gelohnt haben?
Ist es wirklich mein Auftrag?
Vielleicht ist der Begriff „Pionier*in“ hilfreich für dich.
Du kannst dich identifizieren, fühlst dich mit ihm beschrieben und von ihm verstanden.
Brichst gerne auf in das Neue und Unbekannte,
der Status Quo ist unbehaglich,
wenn es noch keine Landkarte gibt, lockt es dich sicher.
Du bist eher an den Rändern als im Zentrum zu Hause,
fragst, „wer ist noch nicht da?“,
fühlst dich von den Unverstandenen verstanden
und bist frustriert von „aber das war doch schon immer so.“
Pionier*innen-Sein.
Kann ganz unterschiedlich aussehen.
Es geht nicht um romantische Bilder von der Prophetin,
die sich heroisch durch die Einsamkeit kämpft,
nicht um den einsamen Mann, der eine weiße Flagge in unerkundetes Gebiet steckt.
Die Gabe des Pioniers, die Gabe des Nicht-Hineinpassens – sie kann auch Last sein.
Wird vielleicht viel häufiger als solche erlebt,
immer wieder verflucht – von „den anderen“,
aber auch von denen, die sie tragen, sie genießen, unter ihr leiden.
Keine Vorlage, kein Handbuch, das wir aus dem Schrank ziehen können,
keine Landkarte und keine Gebrauchsanweisung.
Vielleicht ein Kompass, den es auszurichten gilt.
Und eine Gemeinschaft, in der sich Weisheit entwickelt.
Eine Gemeinschaft voller Pionier*innen.
In der nicht alle gleich sein müssen.
Jede bringt ganz eigene Gaben,
jeder hat eine ganz eigene Berufung.
Jede in einem spezifischen Kontext,
jeder mit Stärken und Schwächen.
Persönlichkeit, Identität, Gebrochenheit, Charakter, Standpunkt,
Pionier*insein heißt nicht einheitlich sein.
Heißt nicht „besser oder schlechter“ sein.
Heißt einzigartig sein im Pionier*in-Sein.
Das ist wohl nichts Neues.
Aber wir wollen es bewusst pflegen und wertschätzen.
Raum zur Entwicklung des eigenen geben.
Es soll und darf gehadert werden.
Denn vielleicht ist der Begriff „Pionier*in“ in deinen Augen gar nicht passend.
Auch das darf sein.
So oder so: Du darfst dich eingebettet wissen in eine großen Erzählgemeinschaft.
Vor dir waren viele und nach dir werden viele kommen.
Heute geht es um dich.
Und deinen Auftrag.
Du wirst als Gesegnete*r Segen sein.
Ein Beitrag von
Katharina Haubold arbeitet als Koordinatorin für Evangelisation und Missionarische Netzwerke bei der Vereinten Evangelischen Mission und engagiert sich ehrenamtlich bei Mütopia, einer Fresh X im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch. Sie ist bewegt von der Sehnsucht, Verbundenheit mit Gott und einander zu erleben.

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